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Die Wirbeltiere

Erstellt von H.-J.Flügel
Stand: 23.01.2017

aus dem Bereich des Lebendigen Bienenmuseums

Sicher eine der interessantesten Arten der Wirbeltiere auf unserem Gelände ist die Schlingnatter, die regelmäßig am ehemaligen Bahndamm und manchmal auch in unserem Garten zu finden ist. Nebenstehend sieht man sie auf dem Bahnschotter liegen und sich sonnen.

Schlingnattern gemäß der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie europaweit geschützt. Die Bundesrepublik Deutschland und auch das Land Hessen sind dadurch verpflichtet, die Lebensräume, in der diese Art vorkommt, in ihrer Qualität als Lebensraum für die Schlingnatter zu erhalten.

Die Wirbeltiere lagen lange auf "Halde", bis jetzt endlich durch die Bestimmung der - von unseren Katzen Lala, Mimi und Fatzke gefangenen - Mäuse durch Beate Wolf und Thomas Gregor der Anstoß kam, auch diese Webseite zusammen zu stellen. Die ersten Vogel-Aufnahmen auf dem Gelände haben wir bereits in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zusammen mit Ekkehard Haas gemacht. Neuere Daten kamen insbesondere durch die "Stunde der Gartenvögel" im vergangenen Jahr hinzu, die vom NABU bundesweit durchgeführt wurde und die hier am Lebendigen Bienenmuseum unter der Führung von Paul Lothar Hoffmann und Wulf Rheinwald statt fand. Umfangreiche Bestimmungen der Kleinsäuger übernahm dankenswerterweise auch Franz Malec.

Dachse hatten in den vergangenen Jahren regelmäßig unser Sandarium geplündert und für das Verschwinden des Bienenwolfs (Grabwespe) gesorgt, indem sie dessen Brut ausgegraben und gefressen haben. Ein Waschbär verhinderte vergangenen Sommer, dass wir unsere Stachelbeeren genießen konnten und ließ sich auch nicht durch Besuchergruppen von seinem Aussichtsplatz in der Scheune vertreiben. Füchse schnüren immer wieder einmal über das Gelände, und die Mauswiesel sowie Haselmäuse werden gelegentlich von unseren Katzen versehentlich mit Wühlmäusen verwechselt. Erstmals brachte unsere Hauskatze am 13.12.2009 ein erlegtes Hermelin an, das - wie zuvor auch die Mauswiesel und Haselmäuse - als Dauerleihgabe an das Naturkundemuseum in Kassel ging. Igel haben regelmäßig Junge in unserem Garten und weigern sich, unter Reisighaufen zu überwintern. Statt dessen liegen sie meist eingeringelt in ihren Laubansammlungen mitten in den Staudenbeeten.

Die Schlingnatter kann immer wieder einmal am Bahndamm oder im Garten beobachtet werden, zusammen mit oft zahlreich auftretenden Blindschleichen. Dafür gab es bis zum Frühjahr 2007 nur zwei flüchtige Beobachtungen von Eidechsen, die nicht ausreichten, um ihren Bestand und ihre Artzugehörigkeit festzustellen. Im Frühsommer 2007 konnten dann beide wieder beobachtet und als Zaun- und Waldeidechse identifiziert werden. Erdkröten waren ebenfalls gelegentlich im Garten zu sehen. Mit der Anlage des Teiches kamen sie bereits im ersten Jahr (2004) zum Laichen. Im Folgejahr waren es schon mehrere tausend Erdkröten-Quappen, die das Wasser bevölkerten, und erstmals fanden sich auch zwei Männchen und ein Weibchen des Grasfrosches und produzierten einen Laichballen. Die daraus schlüpfenden Quappen wurden allerdings restlos aufgefressen von einer Ringelnatter, die nun ebenfalls erstmals auf dem Gelände zu beobachten war. In 2005 machte sie ein Eigelege im Komposthaufen unseres Gartens, und ihre Nachkommen schlürften die Quappen von mehr als 20 Grasfrosch-Laichballen im Frühsommer 2006 und 2007 nahezu restlos auf.

Die Fische wurden eingesetzt. Dabei sollten nur klein bleibende Friedfische zum Einsatz kommen, um den Wert des Teiches als Lebensraum für Amphibien und Insekten nicht zu sehr zu schmälern. Bitterlinge und Muscheln waren ein Geburtstagsgeschenk und stammen aus dem Tierhandel. Moderlieschen konnten wir aus einem Forstteich entnehmen. Dabei befanden sich unter den zwanzig Fischen leider auch unerkannt einige Blaubandbärblinge, die ursprünglich aus Ostasien stammen. Diese haben sich ebenso rasch vermehrt wie die Moderlieschen und sind nun kaum mehr aus dem Teich zu entfernen. Ihr Einfluss auf die übrige Lebensgemeinschaft des Teiches ist bisher noch nicht genau abzuschätzen.

Anfang Juli 2011 hat sich ein Sperber-Männchen an einer unserer Sprossen-Fenster das Genick gebrochen. Nach Angaben von Ekkehard Haas ist damit auch die Brut dieses Sperberpärchens verloren, da das Weibchen, das zu der Zeit noch das Nest hütet, ihre instinktive Handlung des Nesthockens nicht brechen kann und somit die Jungen verhungern. Dafür hat eine Ringeltaube Ende Juli 2011 auf dem Gebälk des Vordaches im belebten Hof bereits die zweite Brut angesetzt.

Bei der Stunde der Gartenvögel unter der Führung von Wulf Rheinwald war am 9. Mai 2013 erstmals im Gebüschsaum am Bahndamm eine Nachtigall bei ihren Gesängen zu vernehmen. Ob sie auch hier brütet, konnte bisher noch nicht herausgefunden werden. Die Tannenmeise war erstmals mit einem kleinen Trupp an unserem Futterhäuschen Ende Juli 2014 zu beobachten. Leider hat sich die Nachtigall wieder verflüchtigt; jedenfalls war sie zur Stunde der Gartenvögel in 2016 nicht mehr zu hören. Dafür konnten im seit 2014 fischfreien Gartenteich neuerdings alle vier Molcharten, darunter zum ersten Mal der Kammmolch im bunten Hochzeitskleid betrachtet werden.

Fische (Osteichthyes)

Gasterosteus aculeatus Linnaeus, 1758 Dreistachliger Stichling

Leucaspius delineatus (Heckel, 1843) Moderlieschen

Pseudorasbora parva (Temming & Schlegel) Blaubandbärbling

Rhodeus sericeus amarus Bloch, 1782 Bitterling

Lurche und Kriechtiere
(Amphibia et Reptilia)

Salamandra salamandra (Linnaeus, 1758) Feuersalamander

Lissotriton helveticus (Razoumowsky, 1789) Fadenmolch

Triturus alpestris (Laurenti, 1768) Bergmolch

Triturus cordatus (Laurenti, 1768) Kammmolch

Triturus vulgaris (Linnaeus, 1758) Teichmolch

Bufo bufo (Linnaeus, 1758) Erdkröte

Rana temporaria (Linnaeus, 1758) Grasfrosch

Anguis fragilis (Linnaeus, 1758) Blindschleiche

Lacerta agilis (Linnaeus, 1758) Zauneidechse

Zootoca vivipara Jaquin, 1787 Waldeidechse

Coronella austriaca (Laurenti, 1768) Schlingnatter

Natrix natrix (Linnaeus, 1758) Ringelnatter

Vögel (Aves)

Aacipiter nissus Linnaeus, 1758 Sperber (N)

Carduelis cannabina (Linnaeus, 1758) Hänfling (B)

Carduelis carduelis (Linnaeus, 1758) Stieglitz (B)

Carduelis chloris (Linnaeus, 1758) Grünfink (B)

Carduelis flammea (Linnaeus, 1758) Birkenzeisig (N)

Columba palumbus Linnaeus, 1758 Ringeltaube (B)

Corvus corone Linnaeus, 1758 Rabenkrähe (N)

Delichron urbicum (Linnaeus, 1758) Mehlschwalbe (B)

Dendrocopos major (Linnaeus, 1758) Buntspecht (N)

Emberiza citrinella Linnaeus, 1758 Goldammer (B)

Erithacus rubecula (Linnaeus, 1758) Rotkehlchen (B)

Falco tinnunculus Linnaeus, 1758 Turmfalke (N)

Fringilla coelebs Linnaeus, 1758 Buchfink (B)

Garrulus glandarius (Linnaeus, 1758) Eichelhäher (N)

Hirunda rustica Linnaeus, 1758 Rauchschwalbe (N)

Lanius collurio Linnaeus, 1758 Neuntöter (N, B?)

Luscinia megarhynchos Brehm, 1831 Nachtigall (B?)

Parus caeruleus Linnaeus, 1758 Blaumeise (B)

Parus major Linnaeus, 1758 Kohlmeise (B)

Passer domesticus (Linnaeus, 1758) Haussperling (B)

Passer montanus (Linnaeus, 1758) Feldsperling (B)

Periparus ater (Linnaeus, 1758) Tannenmeise (N)

 

Pheonicurus ochruros (S.G.Gmelin, 1774) Hausrotschwanz (B)

Phylloscopus collybita (Vieillot, 1817) Zilpzalp (B)

Pica pica (Linnaeus, 1758) Elster (B)

Picus viridis Linnaeus, 1758 Grünspecht (N)

Serinus serinus (Linnaeus, 1758) Girlitz (N)

Sitta europaea Linnaeus, 1758 Kleiber (N)

Sylvia atricapilla (Linnaeus, 1758) Mönchsgrasmücke (B)

Sylvia borin (Boddaert, 1783) Gartengrasmücke (B)

Sylvia curruca (Linnaeus, 1758) Klappergrasmücke (B)

Sturnus vulgaris Linnaeus, 1758 Star (B)

Troglodytes troglodytes (Linnaeus, 1758) Zaunkönig (B)

Turdus merula Linnaeus, 1758 Amsel (B)

Turdus philomelos Brehm, 1831 Singdrossel (N)

Turdus pilaris Linnaeus, 1758 Wacholderdrossel (N)


(B): Brutvogel, (N): Nahrungsgast.

Seltenere Wintergäste sind u.a. Seidenschwanz, Haubenmeise und "Grau"-Meisen.

Gelegentliche Überflieger sind u.a. Schwarzstorch, Graureiher, Habicht, Mäusebussard, Rotmilan, Kolkrabe, Eisvogel.

Säugetiere (Mammalia)

Erinaceus europaeus Linnaeus, 1758 Igel

Crocidura leucodon (Herrmann) Feldspitzmaus

Sorex araneus Linnaeus, 1758 Waldspitzmaus

Talpa europaea Linnaeus, 1758 Maulwurf

Pipistrellus pipstrellus (Schreber, 1774) Zwergfledermaus

Sciurus vulgaris Linnaeus, 1758 Eichhörnchen

Muscardinus avellanarius (Linnaeus, 1758) Haselmaus

Apodemus sylvaticus (Linnaeus, 1758) Waldmaus

Arvicola terrestris (Linnaeus, 1758) Schermaus

Clethrionomys glareolus (Schreber) Rötelmaus

Microdes agrestis (Linnaeus, 1758) Erdmaus

Microdes arvalis (Pallas) Feldmaus

Mus musculus Linnaeus, 1758 Hausmaus

Rattus norvegicus (Berkenhout) Wanderratte

Felis silvestris domesticus (Linnaeus?) Hauskatze

Meles meles (Linnaeus, 1758) Dachs

Mustela erwinia Linnaeus, 1758 Hermelin

Mustela nivalis Linnaeus, 1766 Mauswiesel

Procyon lotor (Linnaeus, 1758) Waschbär

Vulpes vulpes (Linnaeus, 1758) Fuchs

Capreolus capreolus (Linnaeus, 1758) Reh

Homo sapiens (Linnaeus, 1758) Mensch

Leg.: Hans-Joachim Flügel

Anz. der nachgewiesenen Arten: 74

Stand der Auswertung: 22.01.2017

Nützliche Links: Tierenzyklopädie: Wirbeltiere,    Wikipedia: Wirbeltiere

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